Auswandern nach Paraguay wird Studienarbeit
Ein halbes Jahr vor dem Ende des Studiums, werden bei einer
britischen Schule jeweils die Themen für die Abschlussarbeiten verteilt. Ein Business College stellte seinen
höheren Jahrgängen eine anspruchsvolle Aufgabe. Sie sollten über das Auswandern nach Paraguay eine Studienarbeit
schreiben. Natürlich waren damit auch eine Reise ins Land und der Besuch eines großen Hotels in Paraguay
verbunden.
Die Studierenden bedienten sich hierfür der Geschichte von Peter
C. aus Deutschland, der heute in einem Vorort von Paraguays Hauptstadt Asuncion eine kleine Existenz aufgebaut hat.
Man kennt den deutschen Einwanderer als „Pedro“ und er gilt als umgänglicher Mensch und tüchtiger Geschäftsmann.
Doch bevor aus Peter Pedro geworden ist, stand diesem ein langer Weg bevor, der hoffnungsvoll erschien, und sich
nicht immer als leicht erwies. Sich auf das Auswandern nach Paraguay richtig vorzubereiten, wurde zu seiner
wichtigsten Aufgabe. Natürlich musste er hierfür einige Male ins Land reisen um sich nach der richtigen Bleibe
umzusehen. Am Anfang war es ein Hotel in Paraguay, von wo aus er sich in seiner künftigen Wahlheimat
bewegte.
Das Zurücklassen seiner Freunde in der Heimat bezeichnet der
Immigrant als die größte Umstellung. Manchmal sähe man sich zwar auch hier wochenlang nicht, lässt sich Pedro in
der Arbeit der Schüler zitieren, doch für immer wegzugehen, sei etwas ganz anderes als einfach eine Reise ins Land
zu planen. Das Abschließen mit der Vergangenheit sei für ihn ein Neubeginn gewesen und wie vor jeder großen
Umstellung stünde immer ein großer Traum. Und seiner sei gewesen, einen Neubeginn zu wagen. Dieser Neubeginn
sollte in Paraguay seine Erfüllung finden, wo sich der gelernte Maurer ein Stück Land in der Größe eines
Fußballfeldes zugelegt hatte. Über einen Freund aus Paraguay, den er bei der Arbeit kennen gelernt hatte, knüpfte
er die nötigen Kontakte. Eine regelrechte Papierflut sei nötig gewesen um alle Modalitäten zu klären, aber die Mühe
habe sich gelohnt. Auch die Schüler kommen zum Schluss, dass der Aufwand im Verhältnis zum Ertrag durchaus
angemessen sei. Im Fall von Pedro, aber auch in anderen Beispielen, die in der Studienarbeit zur Erwähnung kamen,
seien die Aussicht auf Erfolg und die Suche nach Veränderung die treibenden Kräfte gewesen, die den auswandernden
Menschen in ihrem Unterfangen Recht gegeben hätten.
Um sich für die Studienarbeit vor Ort ein Bild machen zu können,
wurde den Studierenden eine Reise nach Südamerika ermöglicht. Der Besuch eines großen Hotels in Paraguay stand auf
dem Programm und natürlich die Besichtigung von Pedros Farm. Diese liegt eingebettet in einer weiten Landschaft mit
vielen Grünflächen, auf denen Ackerbau betrieben wird, aber auch Rinder und Sträuße gezüchtet werden. Pedro ist
inzwischen stolzer Besitzer eines großen Anwesens. Er wohnt mit seiner Frau in einem schönen Haus und beschäftigt
drei Mitarbeiter. Zusammen widmen sie sich dem Anbau von Soja und Pedro will sich vermehrt Export von Straußeneiern
widmen. Das auswandern nach Paraguay, so Pedro, habe sich auch nach vielen Jahren gelohnt. Glücklich mit sich und
seinem Umfeld will er in absehbarer Zeit auch nicht mehr zurück, denn er habe hier alles, was er braucht und
schließlich habe er hier eine wichtige Aufgabe.
Ob sich die Schüler des Business College auch für das Auswandern
nach Paraguay erwärmen lassen, war auch nach dem Besuch eines Hotels in Paraguay und aus der Studienarbeit die
ihnen aufgetragen wurde, nicht herauszulesen. Es sei ihre Aufgabe gewesen, über einen Menschen zu berichten und
nicht sich selber Gedanken über das Auswandern zu machen. Paraguay ist aber ein sehr schönes Land und das
Auswandern sei sicher eine Überlegung wert. In ihrem Umfassenden Bericht über die Geschichte eines deutschen
Auswanderers ließen sie jedoch genug Interpretationsspielraum und wer sich schon mal mit dem Gedanken herum
geschlagen hat, irgendwo auf der Welt seine Zelte aufzuschlagen, wird nach dem Studium der Schülerarbeit in seinem
Vorhaben bestimmt noch bekräftigt.
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